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ALASKA, LAKE CREEK, TALACHULITNA RIVER, JUNI/JULI 2012

Vom King Lachs Virus angesteckt planten mein Sohn Andreas und ich eine zweiwöchige Reise nach Alaska. Eine Woche sollte es Natur pur sein, das heißt mit dem Schlauchboot einen Fluss floaten und danach eine Woche gemütlich lodgen.

Für die erste Woche fiel unsere Wahl auf den Lake Creek, dem wir vom Ursprung am Chelatna Lake 100 Kilometer bis zur Mündung in den Yentna River folgen wollten. Guiding und Equipment übernahmen Frontier River Guides. Für die zweite Woche hatten wir uns die Talaheim Lodge am Talachulitna River ausgesucht.

LAKE CREEK

Der Flug von Frankfurt nach Anchorage geht über den Nordpol und dauert nur 9 Stunden. Abreise und Ankunft fallen von der Uhrzeit her fast zusammen – und das ergibt einen ordentlichen Jetlag.

In Anchorage angekommen, werden wir abgeholt und zur Regal Air gebracht, wo wir unsere Guides Ben und Martin kennenlernen. Eine Stunde später fliegen wir schon Richtung Chelatna Lake. Der See liegt direkt am Fuß des Mount MC Kinley, die Bilder aus der Luft sind atemberaubend.

Die Guides bereiten die Boote vor, verstauen alles – und schon beginnt das Angeln. Im Sommer wird es in Alaska nie richtige dunkel, und so angeln wir am ersten Tag ausgiebig bis zwei Uhr morgens. Der Auslauf des Chelatna Lake fließt die ersten Kilometer recht langsam, das Wasser ist aber glasklar. Wir fangen eine Äsche (Arctic Char) nach der andern.

1.- 3. TAG

Wir haben Glück mit dem Wetter: Es regnet nur kurz, dann kommt die Sonne wieder, und es ist nicht kalt – also richtig gutes Angelwetter. Wir genießen die drei Tage im Ober- und Mittellauf und fischen vom Boot aus. Für das Abendcamp suchen wir besonders schöne Plätze. Dort fischen wir vom Ufer aus vorwiegend auf Forellen und Äschen mit der Trockenfliege und dem Streamer.

Nachdem wir zwei Passagen der Klasse 3 hinter uns gebracht haben, sehen wir im unteren Mittellauf, die ersten Lachse. Das Angeln auf King Salmon wurde vom Alaska Department of Fish and Game kurz vor unserer Reise verboten.

Der Grund dafür: Der Aufstieg in diesem Jahr ist so gering ist wie schon lange nicht mehr. Es sind aber auch Rotlachse im Fluss, und deshalb angeln wir auf Lachse. Wir bekommen dann auch einige Kings an den Haken, die wir natürlich alle sofort zurücksetzen.

3.- 5. TAG

Der Fluss wird immer breiter. Etwa 20 Kilometer vor der Mündung in den Yentna River kommen die großen Pools, in den Lachse stehen.

Die Pools gehen rasch in schnell fließendes Wasser über; nach einigen Minuten harten Drills mit der 10er-Fliegenrute gehen die Fische in Richtung Poolauslauf und dann in die Strömung. Ich verliere zwei große Kings nach langem Drill. Bei einem habe ich eine echte Chance, er ist schon kurz vor dem Landen als er mir beim einem letzten Kraftakt das Vorfach sprengt. 25 Kilo hat dieser Fisch mit Sicherheit. Außer, dass mich beim Drill auch noch die Moskitos fertigmachen, ist leider nichts mit den großen Kings geworden. Der Float Trip war trotzdem ein tolles Erlebnis.

6. TAG

Jetzt ist der Unterlauf dran. Beeindruckend, mitzuerleben, wie sich der Fluß und die Umgebung vom Ursprung bis zur Mündung verändern. Der letzte Teil des Flusses übt einen besonderen Reiz aus. Viele umgefallen Bäume liegen im Wasser, langsam schlängelt sich der Fluss durch die Landschaft mit unzähligen Vögeln und Tieren.

Schließlich erreichen wir die Mündung. Wir verlassen das Boot und fahren zur Cotton Lodge, wo wir uns ein Bierchen gönnen und auf die Abholung durch ein Wasserflugzeug der Regal Air warten.

Wir sind uns einige, dass das Leben am Wasser bei Tag und Nacht ein außergewöhnliches Erlebnis ist. Zudem gibt es für echte Aficionados Angeln rund um die Uhr!

TALACHULITNA RIVER - TALAHEIM LODGE

Nachdem uns das Wasserflugzeug zurück nach Anchorage gebracht hat und wir eine Nacht im Millenium Hotel bleiben, holt uns am nächsten Morgen der Piloten der Lodge ab. Vier weitere Angler sind mit an Bord. Der Flug dauert nur circa 40 Minuten. Dabei haben wir den Talchulitna River, unser späteres Angelziel, bereits mehrmals vor Augen.

Die Lodge liegt idyllisch in einer Waldlichtung, ganz nahe am Fluss. Rund um das Haupthaus, wo gekocht wird und wo man sich zum Essen trifft, stehen kleine Blockhütten. Die Hütten haben individuelle Schlafzimmern, ein gemeinsames Bad und ein Wohnzimmer mit Kamin. Wirklich sehr gemütlich.

Die Lodge hat zwei Hubschrauber und eine Piper vor Ort; so kann man die Distanzen rasch überwinden. Wir werden jeden Tag ausgeflogen: zum Talachulitna River mit dem Hubschrauber und zu weiter entfernten Flüssen mit dem Flugzeug.

1. TAG

Am ersten Tag fliegen wir zu einem Hauptpool am Talachulitna River. Ungefähr beim zehnten Wurf mit der Zweihand habe ich schon den ersten Biss und lande einen King mit 16 Kilo – ein super Fisch! Wieder zieht er aus dem Pool ins schnelle Wasser; ich nehme aber die Verfolgung auf und kann ihn schließlich landen. Endlich ein großer King! Andy hat leider keinen Erfolg und auch keinen Biss.

2. TAG

Der Aufstieg ist in diesem Jahr spät und zahlenmäßig auch gering. Aus diesem Grund entschließen sich die Guides in Abstimmung mit uns, dass wir mit der Piper weiter ausfliegen und auf Rotlachs fischen. An einem kleinen Seitenarm des Susitna fangen wir dann wirklich mehrere Rotlachse; einen davon grillen die Guides für uns. Wirklich ausgezeichnet so ein frischer Rotlachs!

3. TAG

Andy wünscht sich schon lange, einmal richtig viele Hechte zu fangen. Am dritten Tag fliegen wir deshalb zum Lake Alexander – und staunen nicht schlecht, als wir dort eine Tiroler Flagge sehen. Die Lodge am Lake Alexander ist im Besitz der Familie Swarovski, wie wir dann herausfinden.

Wir fangen dann wirklich extrem viele Hechte, aber leider keine besonders großen. Am Lake Alexander wurden vor vielen Jahren Hechte eingesetzt, und seitdem gibt es dort keine anderen Fische mehr. Die Hechte haben die Lachse ausgerottet; jetzt sind sie Kannibalen, und es gibt dort keinen anderen Fischbestand mehr.

4. UND 5. TAG

Wir fliegen mit dem Hubschrauber in die Nähe der Mündung und floaten dann von Pool zu Pool bis zur Mündung. Wir fangen dort drei Kings und einige große Regenbogen. Andy fängt endlich seine ersten Lachse – einer davon ist wirklich kapital.

6. TAG

Dolly Yarden stehen heute auf dem Programm. Der Lodgebesitzer, Mark Miller, erzählt uns von einem höher gelegenen kristallklaren, kleinen Fluss. Dort soll es viele Dolly Yarden haben, falls sie schon dort sind – ein kleines Risiko. Die Abwechslung reizt uns, und wir entscheiden uns, dorthin zu fliegen.

Der Fluß ist außergewöhnlich schön. Am ersten Pool allein fangen wir dann mit Nymphe in deat drift und auch mit kleinen Cristal Buggers schon viele Dollies bis 65 cm Länge. An vielen Stellen können wir die größeren Exemplare vorher ausmachen und dann gezielt anfischen. Exzellente Bedingungen!

RÉSUMÉ

Mark Miller und die Talaheim Lodge sind wirklich weiter zu empfehlen. Unterbringung und Essen sind sehr gut ebenso wie das Preis/Leistungsverhältnis. Mit den Hubschraubern ist man flexibel und kommt überall hin, die Lodge ist von Anchorage aus leicht errreichbar und man hat viele Ausflugsmöglichkeiten.

Ein wenig störend finde ich die beschränkte Angelzeit. Die Essenszeiten sind vorgegeben, das Angeln findet nach Zeitplan statt. Mehr als acht Stunden Angeln kommen nicht zusammen; uns war das eigentlich zu wenig. Wem das aber genügt, der ist dort super untergebracht und bedient.

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