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RUSSLAND, KOLA: RYNDA & ZOLOTAYA, JUNI 2013

Atlantic Salmon-Fischen in Russland ist die Superlative! Die Halbinsel Kola hat die besten Flüsse: Yokanga, Rynda, Kola, Varzuga, Varzina und Kharlovka, um nur einige zu nennen. Zur Primezeit, das sind im Juni zwei bis drei Wochen, dorthin zu gehen, ist leider sehr teuer geworden. Schon allein deshalb hat man natürlich eine entsprechende Erwartungshaltung.

Am Freitag um 10:25 Uhr reise ich von Innsbruck über Frankfurt nach Helsinki, wo ich um 17:00 Uhr eintreffe.

Am Flughafen treffe ich Bernd und Peter aus Deutschland. Bernd kenne ich bereits von einem Zweihand-Kurs im vorigen Jahre. Wir verbringen zusammen einen netten Abend in einem ausgezeichneten Fischrestaurant am Hafen. Die beiden fahren schon zum zweiten Mal auf den Yokanga.

Nach einer Nacht im Hilton am Flughafen fliege ich am Samstag frühmorgens in einer Stunde nach Murmansk. Die Abfertigung dauert eine halbe Ewigkeit. Weiter geht es mit einem Militärhubschrauber direkt zur Lodge. Der Flug ist ein Erlebnis: Diese Weite der Tundra und die vielen Flüsse und Seen! Auf der Rynda Lodge werden wir mit unseren Landesflaggen begrüßt – eine tolle Idee.

Insgesamt sind 12 Ruten auf der Rynda Lodge: fünf Amerikaner (Yvon, Kurt, Bruce, David N. & David E.), zwei Engländer (David J. und Mark), ein Schweizer (Hugo), zwei Russen (Vladimir & Anton) und ich als Österreicher.

Die Newcomer werden eingewiesen, wir erhalten Infos zum Fluss und zum Tagesablauf.

ANREISETAG: 22.06.2013

Am Abend geht es noch für drei Stunden zum Fischen. Bei starkem Wind und strahlendem Sonnenschein versuche ich mein Glück am Norway Pool, bekomme aber keinen Biss. Aber die ersten Eindrücke entschädigen dafür – beeindrucken, wie sich dieser gewaltige Fluss seinen Weg durch die Tundra gebahnt hat.

Am Ankunftstag werden von allen Teilnehmern insgesamt nur zwei Lachse gefangen.

Darf ich vorstellen: Mein Guide Petja und mein Angelpartner für die Woche, Hugo Baumann aus St. Gallen in der Schweiz mit Guide Sascha. Die Lodge liegt 600 Kilometer über dem Polarkreis, und so war es rund um die Uhr hell. Um 24:00 Uhr fotografiere ich noch den Homepool mit dem Wasserfall.

Die Lodge und das Essen sind erstklassig und verdienen glatte fünf Sterne. Die Qualität der Küche ist wirklich vom Feinsten, der Küchenchef ein Meister. Ich habe auf einer Angellodge noch nie so gut gegessen.

Untergebracht ist man in einer kleinen Blockhütte mit Schlafzimmer, Schreibtisch und Bad.

1. ANGELTAG, 23.6.2013

Ich fische Down Under, Eagles Nest, Horseshoe und Picnic Island, kann aber keinen Fisch haken. Zwei, drei Attacken auf mein Sunray Hitch, und das war es dann. Hugo hat an diesem Tag mehr Glück. Er fischt vorwiegend die Pools Rebecca, Rubert und Prunella und fängt drei Lachse.

Abends bin ich wirklich enttäuscht, ich habe mir eigentlich viel mehr erwartet. Am Dinnertisch stellte sich heraus, dass ich mit meinem Nullergebnis nicht allein war: Fünf oder sechs meiner Kollegen haben Fisch gelandet.

Von 22:00 bis 24:00 Uhr will ich es noch einmal wissen und gehe zum Homepool. Gute Entscheidung: Ich fange drei Lachse mit 15, 18 und 20 Pfund und verliere einen nach zehn Minuten Drill. Erleichtert und happy geht der erste Tag zu Ende .

Den 20-Pfünder habe ich auf Hitsch gefangen, der Fisch war einmal bereits in Tailout, also im Auslauf, in den Stromschnellen. Wie ich ihn wieder hochkurbelte, weiß ich nicht – man braucht auch immer wieder Glück.

2. ANGELTAG, 24.6.2013

Für diesen Tag sind wir am Homepool eingetragen. Gleich morgens fahre ich mit dem Schlauchboot zum anderen Ufer, und hake dort gleich einen super Fisch, der mir leider nach drei Minuten Drill verloren geht. Nach zehn Minuten fange ich dann einen 15-Pfünder und einen weiteren 13-Pfund-Fisch am Upper Home Pool.

Hugo bleibt auf der Uferseite bei der Lodge, fängt dort einen Fisch und verliert einen weiteren.

Nach dem Mittagessen am Homepool wechseln wir zu Rocks Island, wo ich noch einen Grilse und einen 14-Pfünder fange. Mit vier Lachsen kann ich sehr zufrieden sein.

Abends probiere ich es wieder am Homepool, aber es geht nichts mehr.

Petja, mein Guide, geht dann noch unfreiwillig baden, schon zum zweiten Mal an diesen Tag. Aber das Wetter ist schön, und er nimmt es recht gelassen hin.

3. ANGELTAG: 25.6.2013

Wie jeden Tag werde wir mit dem Helikopter zu unseren Pools geflogen. Wir hatten täglich einige Pools teils über mehrere Kilometer Fluss für uns allein zur Verfügung, ausreichend Platz also.

Wir fischen den Power Pool, einige kleine Stellen unterhalb, dann den Round Pool, den 2nd Waterfall. Zum Schluss fischt Hugo noch den Nikolai und den Deep Run und ich den Red Cliff.

Hugo hat einen gefärbten Lachs mit 19 Pfund am Smart Dog unterhalb vom Power Pool und einen 15 Pfund am Deep Run. Ich fange einen 12 Pfund am Red Cliff Pool, einen großen verliere ich am Round Pool.

Nach dem Abendessen gehe ich noch bis Mitternacht fischen und fange einen Lachs mit 6 Pfund am Dancing Platform und noch einen mit 10 Pfund am Rocks Island.

Damit geht wieder ein toller Tag zu Ende mit drei gefangenen Lachsen für mich und auch für Hugo.

Das Sea Crab-Essen an diesem Abend ist das kulinarische Highlight. Die Crabs sind frisch aus der Barentsee eingeflogen und herrlich zubereitet, ein echter Leckerbissen.

Meine Tischnachbarn an diesem Abend sind Vladimir Rybalchenko Junior und Anton, die beiden sind Geschäftsleute aus St. Petersburg. Vladimir und sein Vater betreiben die Lodge; sie verbringen diese Woche mit uns.

4. ANGELTAG, 26.6.2013

Heute beginne ich am Rentierpool, wo ich außer einigen Bachforellen keinen Lachs hake. Hugo ist an den Pools Swan Lake und The Inlet.

Vormittags gelingt mir nichts, auch nicht am 2nd Waterfall, wo es mir im Ganzen nicht gefällt. Der Pool selbst ist zwar beeindruckend und sehr tief, aber das Wasser hat überall Rückspülungen und dreht sich. Der Kontakt zur Fliege ist dort nicht wirklich möglich. Allerdings werden dort jedes Jahr kapitale Lachse gefangen.

Hugo fängt am Swan Lake noch einen, und am Nachmittag lande ich am Rynda Canyon Outlet einen 17 Pfünder.

Abends am Rocks Island fange ich einen Lachs und verliere drei.

5. ANGELTAG, 27.6.2013

Am Morgen soll ich am Homepool auf der anderen Seite beginnen. Hugo hat dieselbe Idee, ich lasse ihm den Vortritt. Wir gehen zum Racepool, der über dem Homepool liegt – und dort erlebe ich meine Sternstunde. Binnen eineinhalb Stunden fange ich vier Lachs, darunter einen Male mit 22 Pfund, und verliere noch einen weiteren.

Am Nachmittag fange ich am Rocky Island noch einen 14 Pfünder und einen weiteren Fisch am Bouchers Place. Am Ende dieses Pools hake ich einen echt Kapitalen, der mir über 100 Meter Schnur herunter zieht. Nach mehreren Sprüngen und einer weiteren langen Flucht hänge ich mit der Schnur in einem Felsen und muss abreisen.

Bei meiner Abendsession gehe ich noch einmal zum Racepool und finde noch einen auf Hitch.

Sieben Lachse an einem einzigen Tag – großartig! Ebenso gut war der Tag für Hugo: Er fing fünf Lachse.

Das Wetter ist, wie auch die Tage zuvor, viel zu schön. Es hat an die 30 Grad, die Sonne brennt den ganzen Tag ins Wasser, dessen Temperatur auf 18 Grad steigt.

Keine idealen Bedingungen für das Lachsfischen – für uns aber ein außergewöhnlicher Tag! Hugo und ich gehen davon aus, dass es für alle ein guter Tag gewesen sein muss, aber dem war nicht so. Gesamt werden 15 Lachse gefangen, und davon Hugo und ich 12 Stück! Das Doppel Schweiz – Österreich ist also gut im Rennen…..

6. ANGELTAG, 28.6.2013

Am letzten Tag werden wir zum Zolotaya Fluss geflogen, ein wunderschöner Fluss, der in 12 Kilometer Luftlinie vom Rynda liegt und etwa halb so groß ist.

Bei Peters Pocket fange ich gleich einen 12 Pfünder. Mehrere kleine Pockets bringen mir nichts. Vor dem Zolotaya Pool, am *Pool Jeremy *hake ich einen Kapitalen, den ich leider nach zwei, drei Minuten verliere.

Hugo fängt am am Russian Pool einen Lachs.

Zu Mittag treffen wir uns mit Hugo und Sascha beim Zolotaya Camp, wo wir zusammen essen. Danach gehe ich dann flussabwärts. Den bekannten Russian Pool lasse ich aus, Hugo ist nach dem Essen noch einmal dort. Die Pools flussabwärts sind wegen des geringen Wasserstands und der schwachen Strömung eher mittelmäßig.

Für die Lodge als Ganzes ist dieser Tag der beste Fangtag. Am Rynda scheint heute wenig Sonne, Wasser und Außentemperatur haben abgekühlt. Es werden 24 Lachse gefangen, Kurt fängt den größten Fisch der Woche mit 25 Pfund.

ABREISE - SO WAR DIE WOCHE!

In dieser Woche wurden am Rynda bei 12 Ruten 95 Lachse gefangen.

Das Wetter war suboptimal: Es war warm und sonnig, sodass die Wassertemperatur auf 17 Grad stieg. Der schwerster Fisch hatte 25 Pfund.

Mein persönliches Ergebnis liegt bei einem 22 Pfund-Lachs und 20 Fischen, zusammen mit Hugos 20 Lachsen stellten wir die beste Rute.

Abgesehen vom Fischen habe ich mich sehr wohlgefühlt in der sympathischen Runde. Wir verstanden uns alle sehr gut, und haben das vorzügliche Essen sehr genossen. Schaut so aus, als ob einige wiederkommen wollen.

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